Sagt euch der Begriff Eigenverantwortung etwas? Unsere Lebensaufgabe besteht darin, unser Leben so auszurichten, dass wir darin eine absolute Verantwortung haben.

Viele Leute tun dies jedoch nicht. Noch schlimmer ist es, wenn diese Leute, die Verantwortung für jemanden anderen übernehmen sollen. Das müssen sie auch tun, sobald sie Kinder haben. Aber erst wenn wir die Verantwortung für unser eigenes Leben übernehmen, können wir es auch für unsere Kinder tun.

Eine Positionierung in die Opferrolle ist hier verboten. Wie wollen wir denn als Opfer ein gutes Vorbild für unsere Kinder sein? Das Kind braucht einen Helden. Einen Herrn/eine Herrin über das eigene Leben. Eine Person, die auf die eigene Wünsche eingeht und die das eigene Leben völlig eigenverantwortlich gestaltet. Bekommt ein Kind dieses Vorbild, macht es später das Gleiche im eigenen Leben. Somit gewinnt das Kind das Vertrauen in die eigene Kraft und die Fähigkeit, das eigene Leben zu gestalten.

Die Entscheidung, kein Opfer des eigenen Lebens zu sein, liegt völlig in unseren Händen.
Wo fängt alles an? Die Problematik der Übernahme der Verantwortung entsteht, wie ihr bestimmt schon ahnt, im Kindesalter. Die meisten Eltern versuchen ihr Bestes, bis sie merken, es funktioniert nicht so einfach, wie sie sich das vorgestellt haben.

Was kann alles schief gehen, ohne dass wir es als Eltern beabsichtigen? Ein Kind hat zum Beispiel nie freie Hand und Verantwortungsgefühl für die eigenen Taten bekommen und wurde auch nie für seine eigenen Taten zur Verantwortung gezogen. Dieses Kind wächst in der Illusion auf, in der nicht er, sondern anderen Menschen die Verantwortung für ihn haben. Das Kind denkt dann vielleicht sogar, dass es alleine nichts schaffen kann. Ihm wird unabsichtlich vermittelt, er wäre nicht der selbständigen Entscheidungsfindung wert und weiß auch nicht, dass es ein Recht darauf hat. Das Kind lernt nicht, eigenverantwortlich zu handeln. Also – es tut es dementsprechend auch nicht. Stellt euch vor, ihr wurdet das ganze Leben mit einem großen Löffel von eine Person gefüttert.

Diese Person hat euch gegenüber immer wiederholt, wie schwer dieser Löffel ist und wie froh ihr sein könnt, dass diese Person dies für euch tut. Für euch wäre das schließlich zu anstrengend. Und die andere Person kann das ja eh alles besser. Irgendwann ist diese Person aber weg. Und nun lauft ihr mit diesem Löffel durch die Welt und sucht jemanden, der euch füttert. Ihr kommt gar nicht auf die Idee es selbst auszuprobieren, oder mit einem kleineren Löffel anzufangen. Es fällt euch nicht ein – denn ihr kennt es nicht anders. Vielleicht habt ihr es mit dem großen Löffel sogar schon probiert. Eure Angst hat sich bestätigt – es war viel zu schwer für euch. Ihr schafft es nicht. Und Ihr schafft es auch mit einem kleineren Löffel bestimmt nicht. Ihr traut es euch nicht zu.

Nicht nur konnte dieses Kind nie alleine essen. Es hat gesagt bekommen, was es studieren sollte, welche Qualitäten es haben sollte, was es sich wünschen sollte. Manchmal hat dieses Kind sogar alles bekommen, ohne sich das gewünscht zu haben. Die Eltern haben also die Wünsche des Kindes erfüllt, bevor sie beim Kind überhaupt entstanden sind. Die Aufgabe der Wunschbildung und -erfüllung wurde dem Kind abgenommen. Später übernimmt dieses Kind vielleicht die Firma vom Papa oder Mama. Es macht nichts, dass das Kind kein Interesse an der Schraubenproduktion hat. Es weiß schließlich selbst nicht was es interessiert. Also ist es besser, wenn die Eltern es ihm sagen. Wie auch immer es sei: die Folgen für die ungenügende Übernahme der Verantwortung können vielfältig sein. Langfristig führen sie zu einem mangelnden Selbstbewusstsein, Unsicherheiten in der eigenen Meinung und dabei, Entscheidungen zu treffen, Anfälligkeit für Manipulation und vielem mehr. Diesen Menschen können fällt es sehr schwer das eigene Potenzial zu entdecken und zu nutzen und sind nicht wirklich glücklich.

Wo beginnt die Übernahme von Verantwortung für die eigenen Entscheidungen?  Natürlich in der Kindheit. Schritt für Schritt, mit der Unterstützung von den Eltern. Es sind gerade die Eltern, die einen riesigen Einfluss auf diesen Prozess haben. Sie können das Kind darin auch verunsichern. Wie? Wenn ein kleines Kind zum Beispiel auf die kleineren Geschwistern aufpassen muss. Ein Kind, auf das selber noch aufgepasst werden sollte. Dieses Kind wird von Panik und Stress überfallen. Die immense, seinem Alters unangemessene Aufgabe, welche viel Verantwortung verlangt, beeinflußt das ganze spätere Leben dieses Menschen. Diese Person kann z. B. im Erwachsenenalter so viel Angst vor der Übernahme von Verantwortung haben, dass sie wortwörtlich paralysiert wird. Diese Person weigert sich, es zu tun und bleibt an der Stelle. Ihre Entwicklung ist gebremst bis komplett angehalten.

Es gibt viele Reaktionen, welche die Problematik der zu großen oder zu kleinen Verantwortung hervorbringen kann. Sie verzweigt sich in tausende von möglichen Entscheidungen, deren Folgen sich im späteren Leben unterschiedlich manifestieren. Gucken wir uns nun das Geschehen in unserer Gesellschaft an: Chaos, Drama, Unsicherheiten, Ängste, fehlende Konsequenzen für eigene Entscheidungen, Unfähigkeit der Menschen eigene Rollen im Leben zu finden und mehr.

Liebe Leser, macht euch bewusst, dass ihr als erwachsene Leute zu 100% die Verantwortung für euer Leben tragt. Nur ihr könnt euer Leben verändern und gestalten, nur ihr seid für euer eigenes Glück verantwortlich. Ihr entscheidet über eure Arbeit, ob ihr glücklich sein werdet, ob ihr die Antworten auf eure Fragen suchen werdet, ob ihr gute Eltern sein werdet usw. Ob ihr ehrlich zu euch selbst seid, wie ihr eure Wünsche nach außen kommuniziert und welche Lebenseinstellung ihr übernehmt, liegt in euren Händen. Indem ihr diese Verantwortung übernehmt, begebt ihr euch auf den spannenden Weg zum eigenen Glück.